Mixed-Volleyball: TSV Iffeldorf ist Oberbayerischer Vizemeister und qualifiziert sich für die Bayerische Meisterschaften

Iffeldorf, 16.05.2011
Finalniederlage gegen den Deutschen Meister aus Vaterstetten

Bei der am vergangenen Samstag in Moosburg staffgefundenen Oberbayerischen Meisterschaft im Mixed-Volleyball unterlag der TSV Iffeldorf erst im Finale gegen den amtierenden deutschen Meister, TSV Vaterstetten, und hat sich mit dem Vizemeister-Titel für die am 28. Mai in Zirndorf stattfindenden Bayerischen Titelkämpfe qualifiziert.

In der Vorrunde wurden zunächst im Modus Jeder-gegen-Jeden über zwei Gewinnsätze die Teilnehmer für die Viertelfinals ausgespielt. Dabei hatte es der TSV mit dem TSV Baar-Ebenhausen und dem Vierten der letztjährigen Süddeutschen Meisterschaften, ESV München, zu tun. Um als Gruppensieger ins Viertelfinale gehen zu können, mussten zwingend zwei Siege her.

Zunächst machte der TSV im ersten Spiel gegen den TSV Baar-Ebenhausen kurzen Prozess. Bei wenig Gegenwehr zogen die Iffeldorfer ihr Spiel konsequent durch und gewannen deutlich in zwei Sätzen.

Zum erwartet engen Spiel kam es dann gegen den ESV München. Die beiden Teams spielten schon bei der Deutschen, Süddeutschen und bei der Oberbayerischen Meisterschaft in der vergangenen Saison gegeneinander. Dabei hieß der Sieger jeweils Iffeldorf. „Der ESV war total heiß auf uns“, so Trainer Erich Gampenrieder. Der TSV hatte im ersten Satz deutliche Anlaufschwierigkeiten, gewann dann aber deutlich den zweiten Satz. Ein kurzer dritter Satz bis 15 musste die Entscheidung bringen. In dem bekam der TSV die harten Aufschlägen des ESV überhaupt nicht in den Griff und sah sich schnell mit 1:6 im Rückstand. „Da habe ich dann doch langsam zu grübeln begonnen. Die Mannschaft aber glücklicherweise nicht“, so Gampenrieder, der mit zwei Spielerwechseln die Annahme stabilisieren konnte. Mit guter Blockarbeit, insbesondere durch Günter Weidner, und aggressiven Angriffen konnte der TSV das Spiel doch noch umbiegen und zog als Gruppenerster ins Viertelfinale ein. „Das war gut für die Psyche“, so Außenangreiferin Katrin Reisnecker.

Hier warteten die Routiniers von Roter Stern Altstadt München auf den TSV. Der zeigte sich jedoch von den sprungstarken Mittelblockern der Münchner unbeeindruckt, zog mit einem souveränen 2:0-Sieg ins Halbfinale ein und freute sich nach der Partie über die damit gelungene Qualifikation zur Bayerischen Meisterschaft. „Das war das Minimalziel für diese Saison“, so Außenangreiferin Ines Kluge, die das gesamte Turnier mit gutem Aufschlag und stabiler Annahme überzeugte.

Der TSV wollte aber mehr. Das wurde bereits in der ersten Runde des Turniertages deutlich, als die Iffeldorfer, zunächst spielfrei, sich gesammelt die erste Partie des Deutschen Meisters aus Vaterstetten ansah. „Dass diese Mannschaft, die in den letzten vier Jahren dreimal deutscher Meister war, ins Finale durchmarschiert, war klar. Wir wollten unbedingt wieder gegen dieses Team spielen“, machte Zuspielerin Steffi Bell die Zielsetzung ihrer Mannschaft deutlich.

Zwischen den Iffeldorfern und dem Deutschen Meister stand allerdings der Halbfinalist aus München-Nymphenburg. Nach deutlich gewonnenem ersten Satz nahm sich der TSV in Satz zwei „eine mentale Pause. Da waren wir irgendwo, aber nicht auf dem Spielfeld“, stellte Außenangreiferin Katrin Reisnecker fest. Erst gegen Satzende, Neuzugang Michi Frauendorfer kam für Skasa-Weiß auf der Diagonalposition und Michi Meier für Reisnecker auf der Mittelblockposition zum Einsatz, kämpfte sich der TSV wieder heran. „Das war wichtig für den dritten Satz“, analysierte Skasa-Weiss. In dem hatte der TSV schnell ein Minibreak vor. Insbesondere Frauendorfer stellte sich in der Folge in seinem ersten Einsatz für den TSV als Mann ohne Nerven dar und verwandelte mit traumwandlerischer Sicherheit Angriff um Angriff. „Das war grandios. Der Bursche hat noch nie im Verein Volleyball gespielt, nur im Sportstudium, trainiert jetzt seit vier Monaten bei uns mit, und liefert in seinem ersten Wettkampf eine solche Leistung ab.“ Zum Matchwinner avancierte schließlich Skasa-Weiss, der nach taktischem Wechsel für Mittelblocker Günter Weidner mit drei Aufschlagwinnern und zwei verwandelten Rückraumangriffen den vielumjubelten 2:1-Sieg sicherte.

Das avisierte Finale gegen Vaterstetten „lief dann wie eigentlich immer“, stellte Weidner nüchtern fest. Auch im dritten Vergleich innerhalb der letzten 10 Monate zeigte der Deutsche Meister auf, wie man hocheffizienten, erfolgreichen Volleyball spielt. „Während wir im Angriff oft zwei Gelegenheiten brauchen, verwandelt Vaterstetten zu 90% seinen ersten Angriff, schlägt hervorragend auf und ist vor allem in der Abwehr extrem stabil“, so analysierte Gampenrieder nach der 0:2-Niederlage. Insbesondere im zweiten Satz zeigte der TSV jedoch, dass man den Abstand in der letzten Saison verkleinern konnte. Mit 23:25 ging dieser nur knapp verloren und in einem kurzen dritten Satz wäre eine Überraschung gegen die mit kleinerem Kader angetretenen Vaterstettener durchaus möglich gewesen. „Das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung, werden jetzt den Muskelkater auskurieren und dann bei der Bayerischen wieder voll angreifen.“

Dort kämpfen am 28.5. in Zirndorf 12 Mannschaften um den Titel sowie um die Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft Mitte September, für die sich neben Titelverteidiger Vaterstetten die zwei besten Teams qualifizieren.