Volleyball: Iffeldorfer Mixed-Volleyballer qualifizieren sich erneut für die Deutsche Meisterschaft

Iffeldorf, 12.09.2011
6. Platz - zwei Ballpunkte fehlen zum Halbfinale

Am vergangenen Wochenende erreichten die Mixed-Volleyballer des TSV Iffeldorf in Esslingen unter den 20 besten Mannschaften aus Baden, Württemberg, Hessen, Saarland, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen Platz 6 bei der Süddeutschen Meisterschaft. Nur zwei Ballpunkte fehlten dem TSV zum Halbfinale nach einer hochdramatischen Partie gegen den späteren Meister FSV Keltern-Weiler.

Zunächst wurden am Samstag in fünf Vorrundengruppen die Qualifikanten für die Zwischenrunde ermittelt. Dabei spielten die Mannschaften in Zeitspielen über jeweils 35 Minuten zwei Sätze aus. Die Iffeldorfer zogen nach den Partien gegen den Württemberg-Meister Welzheim, Saarland-Meister Saarbrücken und Thüringen-Meister Bischleben als Gruppensieger in die Zwischenrunde ein.

Die hatte es dann allerdings in sich: der vordefinierte Modus brachte die drei Erstplatzierten der letztjährigen Süddeutschen Meisterschaft, Vaterstetten, Berkheim und Iffeldorf in der Zwischenrundengruppe A zusammen. Zu allem Überfluss wurde auch noch der im Vorjahr nicht angetretene Sieger aus dem Jahr 2009, der FSV Keltern-Weiler, in die Gruppe der Iffeldorfer zugelost. Fünfter Gruppengegner war schließlich die BSG Dresden. „Eine sehr unglückliche Auslosung. Es war klar, dass durch diese Gruppe keine Mannschaft durchmarschieren wird und der Begriff der „Todesgruppe“ war ziemlich oft zu hören“, so Zuspielerin Steffi Bell. „So war wenigstens sicher gestellt, dass es ausschließlich hochklassige Spiele für uns gab“. Außenangreiferin Katrin Reisnecker ergänzte: „In der zweiten Zwischenrundengruppe waren die späteren Halbfinalteilnehmer mit München-Nymphenburg und dem SV Vaihingen fast vordefiniert“.

Mit dem gleichen Modus wie in der Vorrunde legten die Iffeldorfer bereits am Samstagnachmittag mit einem klaren 2:0-Sieg gegen Dresden die Grundlagen. Wobei bereits zu diesem Zeitpunkt Diagonalspieler Ralph Bader seine MitspielerInnen sensibilisierte: „Wir müssen um jeden einzelnen Ballwechsel kämpfen, die Gruppe ist extrem eng – da wird’s am Ende um die Punkte gehen“. Am Sonntagmorgen stand dann die Partie gegen den FSV Keltern-Weiler an. Die Nordbadener, Süddeutscher Meister der Jahre 2008 und 2009, legten los wie die Feuerwehr. Insbesondere deren hochaufgeschossener Mittelblocker Frank Kraus war überhaupt nicht zu bremsen und punktete beinahe nach Belieben. Mit 13:19 sahen sich die Iffeldorfer im Hintertreffen und verloren zusehends an Selbstvertrauen. „Wir hatten kein spielerisches Mittel in dieser Phase. Aber es musste etwas passieren; es war klar, wenn wir ins Halbfinale kommen wollen, brauchen wir mindestens einen Satz gegen Keltern-Weiler“, so Außenangreiferin Pia Seuthe. Für Mittelblocker Manfred Reisnecker betrat Spielertrainer Erich Gampenrieder acht Monate nach erlittenem Kreuzbandriss wieder ein Volleyballfeld, verwandelte sofort den ersten Rückraumangriff, „brachte Emotion aufs Feld und dann lief’s. Es ist immer wieder erstaunlich, wie uns der Erich pushen kann“, so Seuthe. Punkt um Punkt kämpften sich die Iffeldorfer heran und konnten bis zum 23:23 ausgleichen, ehe ihnen im Endspurt des ersten Satzes die Luft ausging und Günter Weidner bei Satzball für Keltern-Weiler seinen Angriff ins Aus schlug. Auch im zweiten Satz verschliefen die Iffeldorfer den Start.12:18 zeigte die Anzeigentafel bereits. Mit zwei fulminaten Blocks gegen den davor makellosen Kraus setzte Mittelblocker Günter Weidner das Signal zur Aufholjagd. Während Steffi Bell mehrfach Kapitän Wolfram Skasa-Weiss blockfrei spielte und der wie Seuthe seine Angriffe erfolgreich abschloss, glänzte Sabine Hecht mit fehlerloser Annahme. Die Feldabwehr gab keinen Ball verloren, wehrte mit höchstem Einsatz spektakulär die FSV-Angriffe ab, um im Gegenzug die eigenen Schnellangriffe ins gegnerische Feld zu hämmern. Unter dem Jubel der Auswechselbank glich der TSV zum 21.21 aus. „Das hat die Halle dann auch mitbekommen und plötzlich hatten wir alle Zuschauer auf der Tribüne von Feld 1 und ums Feld stehen.“, so Reisnecker. Diese erlebten dann mit, wie beim ersten Satzball für Iffeldorfer der hohe Block zugriff und zum 25:23 und damit zum Satzausgleich stellte. „Das sind die Spiele, auf die wir hintrainieren und für die wir diesen Sport machen. Das war Gänsehaut pur.“, so Weidner.

In der Folge gewann der TSV klar gegen den Gastgeber Belzheim mit 2:0, Ines Kluge glänzte mit platziertem Aufschlag und exakter Annahme, während Vaterstetten parallel Keltern-Weiler mit 2:0 die Grenzen aufzeigte. Die Ausgangssituation vor dem letzten Zwischenrundenspiel gegen den klaren Favoriten Vaterstetten war klar: Bei einem 1:1 sind beide bayerischen Mannschaften im Halbfinale. Dreimal hatten die Iffeldorfer zuletzt gegen den Deutschen Meister 2010 verloren, wenn auch nur knapp. Und so ging es auch diesmal eng zu. Die Iffeldorfer, nach Annahmeproblemen schnell im Rückstand, gaben aber nie auf und schafften bei 22:22 erstmals den Ausgleich. In der Folge wechselte das Aufschlagrecht nach langen Rallyes hin und her – beide Mannschaften wollten unbedingt mit dem ersten Satz alles klar machen. Satzbälle auf beiden Seiten wurden nicht genutzt, ehe der ehemalige Zweitligaspieler Norbert Schäffle bei 30:28 mit einem harten Überkopfangriff den Satzgewinn für Vaterstetten sicherte. Die Iffeldorfer Annahmeprobleme setzten sich auch im zweiten Satz fort, der mit 25:22 ebenfalls an Vaterstetten ging. Damit hatten die Iffeldorfer 15 Ballpunkte Vorsprung auf Keltern-Weiler vor deren abschließender Partie gegen Dresden. „Es war recht unwahrscheinlich, dass Dresden, für die es ja um nichts mehr ging, 18 Punkte je Satz holen würde“, so Gampenrieder. Und so kam es dann auch. Während Vaterstetten als Gruppensieger ohne Satzverlust ins Halbfinale einzog, sicherte sich Keltern-Weiler mit einem 2:0 gegen Dresden und schließlich zwei Ballpunkten Vorsprung die Halbfinalteilnahme vor den satzgleichen Iffeldorfern. Mit dem dritten Platz in der Zwischenrunde war für den TSV jedoch die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft sichergestellt. Das Spiel um Platz fünf gegen den VC Offenbach endete nach zwei kuriosen Sätzen 1:1, wobei der VC aufgrund der besseren Balldifferenz aus beiden Sätzen gemäß Modus als Sieger das Feld verließ. „Das hat keinen mehr gestört, da war die Luft bei uns raus“, so Bader.

Eine Überraschung gab es in der Folge im Halbfinale. Vaterstetten unterlag dort dem Geheimfavoriten vom TSV München Nymphenburg mit 1:2, während Keltern-Weiler gegen SV Vaihingen mit 2:1 die Oberhand behielt. Im spannenden Finale sicherte sich Keltern-Weiler mit 2:1 gegen München-Nymphenburg den Titel. Damit qualifizierten sich alle drei bayerischen Mannschaften für die am 30. und 31. Oktober in Boltenhagen an der Ostsee stattfindenden Deutschen Meisterschaften. Mit den Mannschaften aus Oldenburg, Magdeburg, Köln, Schwerin und Gastgeber Boltenhagen kämpfen die Iffeldorfer dann um den Titel.

„Wir freuen uns sehr, uns wieder für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert zu haben und haben gezeigt, dass wir jeden schlagen können. Auch den neuen Süddeutschen Meister. Unsere Damen haben alle ein tolles Turnier gespielt, bei unseren Herren haben die Verletzungsprobleme schon Spuren hinterlassen. Bis Ende Oktober haben wir noch einige Trainingseinheiten und die ersten Spiele der neuen Saison hinter uns, und dann schauen wir mal.“, zieht Ines Kluge Fazit. „Ziel ist es, wieder mindestens Sechster zu werden, so wie im Vorjahr.“

Am vergangenen Wochenende erreichten die Mixed-Volleyballer des TSV Iffeldorf in Esslingen unter den 20 besten Mannschaften aus Baden, Württemberg, Hessen, Saarland, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen Platz 6 bei der Süddeutschen Meisterschaft. Nur zwei Ballpunkte fehlten dem TSV zum Halbfinale nach einer hochdramatischen Partie gegen den späteren Meister FSV Keltern-Weiler.