Mixed-Volleyball: 7 kleine Negerlein erleiden die erste Saisonniederlage

Iffeldorf, 11.03.2012

Mit einer 2:3-Niederlage (25:19, 16:25, 21:25, 25:13, 13:15) kehrten die Mixed-Volleyballer des TSV Iffeldorf vom Auswärtsspiel beim TSV Weilheim I heim. Ohne etatmäßigen Zuspieler angetreten, resultierte die erste Saisonniederlage jedoch insbesondere aus einer unterdurchschnittlichen Leistung in Annahme und Feldabwehr.

Die Verletzungssorgen bei den Iffeldorfern nehmen langsam tragische Formen an. Dabei stellt die Wirbelsäule die aktuelle Schwachstelle im Korsett des Tabellenführers dar. Nach dem Bandscheibenvorfall bei Libera Vera Laske und dem Bänderriss bei Pia Seuthe vor drei Wochen, erwischte es zunächst Ende der letzten Woche Zuspielerin Steffi Bell, die mit einer Halswirbelblockade bis zum Saisonende ausfällt. Ritschi Richter war beruflich verhindert, meldete am Tag des Spiels aber ebenfalls den Verdacht auf Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule, und drei Stunden vor Spielbeginn meldete sich dann auch noch der zweite Zuspieler Ralph Bader als „nicht einsatzfähig“ ab. Mit Ines Kluge, die nach vier Monaten ihren Wiedereinstieg ins aktuelle Spielgeschehen gab, konnten die Iffeldorfer immerhin noch mit sieben SpielernInnen antreten. So musste Spielertrainer Erich Gampenrieder als Ballverteiler agieren, was im ersten Satz gut gelang, gewann diesen das Ostersee-Team doch recht deutlich mit 25:19. Im zweiten und dritten Durchgang waren allerdings die Abstimmungsprobleme in der Annahme auch für die Weilheimer nicht mehr zu übersehen, die mit gezielten Aufschlägen zwischen Mittelblocker Manfred Reisnecker und Kluge einige direkte Punkte machten. Auch Mittelblocker Günter Weidner hatte mit der Spieleinleitung seine liebe Mühe: „Ich hatte heute überhaupt kein Gefühl für die Annahme – grausig“. Zudem häuften sich die Fehler der Iffeldorfer im Angriff, deren Meterbälle über die Mitte zu wenig Konstanz aufwiesen und die Rückraumangriffe über die Position 1 durch Wolfi Skasa-Weiss in dieser Phase nicht durchschlagkräftig genug waren. Erstaunlich genug dann aber, dass im vierten Satz ein beinahe fehlerloses Auftreten gelang. Während Reisnecker in der Mitte einen Angriff nach dem anderen versenkte, erzielten Mittelblocker Günter Weidner und Gampenrieder fünf direkte Blockpunkte.

So musste der Tie-Break entscheiden, und „da ist immer ein bisschen Glück dabei“, so Volker Ladwig, der Trainer der Weilheimer. Ausgeglichen wog das Spiel hin und her, ehe Gampenrieder bei 10:10 eine Aufschlagserie von drei Bällen schaffte und Iffeldorf mit 13:10 in Führung ging. „Das geben wir normalerweise nicht mehr her“, so Pia Seuthe, die trotz Restproblemen im verletzten Knöchel im vierten Satz für Katrin Reisnecker auf das Feld kam. Die Weilheimer gingen nunmehr volles Risiko und stellten ihren stärksten Blockspieler, den 2m-Mittelblocker Jürgen Brüderle konsequent gegen Iffeldorf’s dominanten Angreifer Wolfi Skasa-Weiss und ihren kleineren Außenangreifer gegen 1,96m-Mittelblocker Reisnecker. „Eigentlich kein Problem, wenn die Annahme gut kommt. Dann gibt’s einen Meterball auf Manfred Reisnecker und das Thema ist gegessen. Aber das gelang uns leider nicht und ich war nicht mutig genug, aus einer ungenauen Annahme einen schnellen Ball über die Mitte zu spielen“, so Gampenrieder. Und so avancierte Brüderle zum Matchwinner. Nach einem Angriffsfehler des Osterseen-Teams und einem Annahmefehler bekam auch der sonst so tadellose Skasa-Weiss einen schweren Arm und schlug zweimal in Folge in den hohen Block von Brüderle. Auch der erste Matchball landete nach einem harten Diagonalangriff in den großen Händen von Brüderle und prallte, unholbar für die Blocksicherung des Tabellenführers, in dessen Feld.

Für die Weilheimer bedeutet dieser Sieg einen kleinen Hoffnungsschimmer im Kampf um den Abstieg. Während Uffing bereits abgestiegen ist, kämpfen die Weilheim im Duell mit Alt-Meister Hausham um den Verbleib in der A-Klasse. Für die Iffeldorfer dagegen geht die Personalmisere weiter. Im letzten Heimspiel der Saison am 12. März gegen den Tabellenzweiten Weilheim II ist Günter Weidner aus beruflichen Gründen verhindert. Dafür ist der zweite Zuspieler Ralph Bader wieder dabei. „Mehr als sieben SpielerInnen bekommen wir dennoch wieder nicht zusammen.“, bangt Manfred Reisnecker. „Aber eine zweite Niederlage wollen wir uns sicher nicht einfangen, auch wenn Weilheim II deutlich stärker einzuschätzen ist “.