Deutsche Meisterschaft Mixed-Volleyball in Boltenhagen: 9. Platz für den TSV Iffeldorf

Iffeldorf, 03.11.2011
In einem engen Turnier kommt der Meister aus Schwerin

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrten die Mixed-Volleyballer des TSV Iffeldorf aus Mecklenburg-Vorpommern zurück. In der dritten Saison ihres Bestehens erreichte das Team Platz 9 bei den Deutschen Titelkämpfen. „Nach dem 6. Platz aus dem Vorjahr, hatten wir uns eine bessere Platzierung erhofft. Mit der über die beiden Turniertage gezeigten Leistung sind wir aber zufrieden“, so Spielertrainer Erich Gampenrieder. Der Titel ging nach 2005, 2006 und 2009 erneut an den SVB Icebreaker Schwerin, der sich im Finale gegen den letztjährigen Titelträger TSV Vaterstetten knapp durchsetzte.

In der Vorrunde wurden zunächst fünf Partien á 2 Sätze gespielt. Im ersten Satz des Turniers ließ allerdings das Murmeltier grüßen, denn wie im Vorjahr verschlief der TSV den Start ins Turnier und stellte damit die Weichen für die spätere Endplatzierung. Gegen den Oldenburger SV landete die Annahme zu häufig auf Höhe der Drei-Meter-Linie statt am Netz und die fehlende Aggressivität im Angriff konnten die Schleswig-Holsteiner in einen Vier-Punkte-Vorsprung umsetzen, den die Iffeldorfer, trotz zweier Spielerwechsel zu Satzmitte, in der Folge nicht mehr ganz aufholten. Somit gab der TSV den ersten Satz gegen einen schwachen Gegner mit 23:25 ab. Im zweiten Satz ging der TSV von Anfang an konzentriert zu Werke und gewann entsprechend ungefährdet mit 25:17. „Wir haben zu spät gewechselt. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Bei diesem Modus, in dem es um jeden Satz geht, brauchst Du bereits um 9 Uhr morgens die Leute mit Killerinstinkt auf dem Feld “, bewertete Spielertrainer Erich Gampenrieder den Verlauf des ersten Spiels.

Gegen den späteren Halbfinalisten KT 43 Köln sahen die Zuschauer dann eine furios startende Iffeldorfer Mannschaft. Kapitän Wolfi Skasa-Weiss und Mittelblocker Günter Weidner blockten vier Angriffe der großgewachsenen Kölner in Folge. Köln verstärkte daraufhin die Abwehr. Während der TSV seine Angriffe gegen die hervorragende Feldabwehr der Kölner zeitweise nicht mehr auf den Boden brachte, nutzen die Kölner ihre Gegenangriffe zum Punktgewinn und schafften tatsächlich die Wende. In einem ausgeglichenen und hochattraktiven Spiel mit langen Rallyes setze sich Köln am Ende mit 20:25 und 20:25 durch. „Ein tolles Spiel auf sehr hohem Niveau. Köln war in diesem Moment aber einfach eine Spur besser. Wir haben hervorragend gespielt, aber uns haben ein paar Prozent gefehlt“, fasste Spielertrainer Erich Gampenrieder zusammen.

Auch gegen den SV Vaihingen gaben die Iffeldorfer den ersten Satz ab (21:25), ehe sie in Satz 2 mit 25:16 klar überzeugten. „Da haben wir den nächsten Satz hergeschenkt“, so Außenangreiferin Ines Kluge. „Das sind Spiel, die wir im Ligabetrieb mit 3:1 gewinnen. Mit bereits vier verlorenen Sätzen war klar, dass es mit dem angestrebten Halbfinale nichts mehr wird.“

Gegen einen „unserer Lieblingsgegner“ (Kluge), den Süddeutschen Vizemeister München-Nymphenburg, ließ der TSV dann endlich Worte Taten folgen. Die Münchner, denen zu diesem Zeitpunkt mit einem 2:0-Sieg gegen Iffeldorf noch der Einzug ins Halbfinale möglich gewesen wäre, hatten im gesamten Spiel keine Chance. Während Diagonalangreifer Michi Frauendorfer nach dreimonatiger Verletzungspause unwiderstehlich im Angriff punktete, überzeugten Pia Seuthe und Ralph Bader im Block und Libera Vera Laske mit präziser Annahme. Mit 25:22 und 25:11 gingen die Iffeldorfer als Sieger vom Platz, wohl wissend, im letzten Vorrundenspiel am Sonntag-Morgen gegen den heimlichen Turnierfavoriten und Norddeutschen Meister, VSC 06 Schwerin, einen Satz gewinnen zu müssen, um zumindest die Spiele um Platz 5 erreichen zu können.

„So gut, wie wir dann in Satz 1 gegen Schwerin gespielt haben, habe ich uns noch nicht spielen sehen“, fasste Mittelblocker Manfred Reisnecker zusammen. Mit Steffi Bell im Zuspiel, Seuthe und Kluge im Außenangriff, Skasa-Weiss auf der Diagonalposition, Weidner und Gampenrieder im Mittelblock und Laske als Libera kämpfen die Iffeldorfer gegen die explosiven Schweriner um ihre letzte Chance auf eine vordere Platzierung. Während Laske mit exakten Annahmen brillierte und Gampenrieder und Bell im Schnellangriff mit annähernd 100% Quote harmonierten, erkämpfen Kluge und Weidner auch aussichtslose Bälle in der Feldabwehr. Gegen Ende des Satzes führten zwei Aufschlagfehler und zwei nicht verwertete Angriffe dann aber zur Entscheidung für Schwerin, die mit 22:25 den ersten Satz gewannen. „Danach haben wir die Köpfe ein wenig hängen lassen“, so Außenangreiferin Katrin Reisnecker. Satz zwei ging in der Folge mit 20:25 an Schwerin. Damit fanden sich die Iffeldorfer auf Platz fünf ihrer Gruppe wieder und trauerten dem ersten Satz des Turniers gegen Oldenburg hinterher. „Hätten wir den gewonnen, wären wir dritter unserer Gruppe gewesen und noch die Chance auf Platz 5 gehabt. Gut, dann holen wir uns eben Platz 9“, gab sich Außenangreiferin Katrin Reisnecker kämpferisch.

In den folgenden Spielen gegen Gastgeber VSC Boltenhagen (25:7, 25:17) und VC Offenbach (25:17, 25:23) überzeugte der TSV mit Katrin und Manfred Reisnecker im Außen- und Mittelangriff, spielte mit konstant gutem Niveau in der Annahme und landete schließlich ungefährdet auf dem 9. Platz.

„Das Niveau der Meisterschaften war noch höher als letztes Jahr, die Mannschaften in der Leistungsdichte sehr eng zusammen und auch wir waren stärker als 2010. Mit unserer Leistung sind wir in Summe sehr zufrieden. In den Spielen entscheidet oft die Tagesform. Insgesamt blicken wir jedoch mit der zweiten Meisterschaft der A-Klasse in Folge, der oberbayerischen und bayerischen Vizemeisterschaft und dem sechsten Platz bei der Süddeutschen Meisterschaft auf eine phantastische Saison für unseren kleinen Verein zurück. Sehr gerne wären wir auch im kommenden Jahr wieder dabei“, so Spielertrainer Erich Gampenrieder. Damit das gelingt, muss aber zunächst wieder der Meistertitel in der Liga her. „Daher fokussieren wir uns jetzt wieder auf die Saison. Am 7. November steht das nächste (Heim)Spiel gegen den TV Bad Tölz an – da wollen wir mit einem Sieg im Nachholspiel des 4. Spieltages gerne die Tabellenführung übernehmen.“

Endstand Deutsche Meisterschaft Mixed-Volleyball 2011, Boltenhagen (Ostsee):
1. SVB Icebreaker Schwerin
2. TSV Vaterstetten
3. VSV 06 Schwerin
4. KT 43 Köln
5. FSV Keltern-Weiler
6. TSV München-Nymphenburg
7. SV Vaihingen
8. WSG Reform Magdeburg
9. TSV Iffeldorf
10. VC Offenburg
11 . Olderburger SV
12 . VSC Boltenhagen