Mixed-Volleyball: TSV Iffeldorf tritt am 5. Mai in Esting bei der Oberbayerischen Meisterschaft an

Iffeldorf, 30.04.2012

Das Telefon klingelt, die Telefonnummer eines/r TSV-SpielersInn wird angezeigt. Spielertrainer Erich Gampenrieder hebt dennoch ab. Auch wenn er in den letzten Wochen bei solchen Anrufen viermal langwierige Verletzungen seiner SpielerInnen mitgeteilt bekommen hat. Das macht die Planungen für die Oberbayerischen Mixed-Volleyball-Meisterschaften, die am 5. Mai in Esting stattfinden werden, nicht einfacher. Platz vier und damit die Qualifikation zur Bayerischen Meisterschaft ist das Ziel des Osterseen-Teams.

Die Verletzten- und Krankenliste des TSV ist beeindruckend: mit Katrin Reisnecker, Ines Kluge, Richard Richter und Wolfi Skasa-Weiss ist ein Drittel des Kaders derzeit nicht einsatzfähig. Dass dann auch noch Mr. Zuverlässig, Günter Weidner, am Donnerstag im Trainingsspiel gegen die Ü41-Herren des TSV Weilheim, mit einer Mittelfußverletzung ausschied, „passt dann auch noch ins Bild“, stellt Gampenrieder mit leichtem Sarkasmus fest. „Immerhin haben wir das Spiel gegen den Dritten der Bayerischen Ü41-Meisterschaften noch mit 3:2 gewonnen. Aber der Ausfall unseres besten Blockspielers ist beinahe eine Tragödie. Ihn können wir nicht gleichwertig ersetzen. So müssen wir andere Spielelemente stärken.“ Gut dem, der hierfür einen breiten Kader hat. Mit Michi Zellinger und Vera Laske, die aufgrund von Knieproblemen bzw. Bandscheibenvorfall die Saison über ausgesetzt haben, kriegen die Iffeldorfer immerhin vier Damen und vier Herren an den Start. Skasa-Weiss steigt nach abgeklungener Schleimbeutelentzündung im Ellbogen diese Woche wieder ins Training ein und fährt jedenfalls mit zu den Oberbayerischen Meisterschaften. Neben den Iffeldorfern hat sich in einem Qualifikationsturnier für die Zweiten und Dritten der regulären Saison mit dem SV Eurasburg-Beuerberg eine zweite Mannschaft aus der Region Oberbayern Süd am vergangenen Wochenende in Ebersberg die Teilnahme gesichert. „Das finde ich super für das junge, aufstrebende Team“, freut sich Gampenrieder.

In Oberbayern spielen die stärksten bayerischen Teams, die Leistungsdichte ist enorm, „da gibt es keine leichten Spiele“, analysiert Außenangreiferin Pia Seuthe. Platz vier berechtigt zur Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft am 16. Juni in Gauting. Mit den beiden zweiten Plätzen aus den Vorjahren zählen die Iffeldorfer zu den Etablierten, „gegen die sich die Gegner besonders reinhauen“. Und dann gibt es noch Mannschaften wie den TSV München-Nymphenburg, neben dem Rekordmeister TSV Vaterstetten und den Iffeldorfern Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft 2011. „Deren Trainer hat uns den Gefallen getan, zu verkünden, dieses Jahr nach ganz oben zu wollen. Die stehen seit Wochen in der Halle und der Trainer hat uns letzte Woche wissen lassen, dass sie uns dieses Jahr endlich schlagen wollen.“, schildert Zuspielerin Steffi Bell. „Gegen Vaterstetten hat Nymphenburg letztes Jahr im Halbfinale der Süddeutschen Meisterschaft gewonnen. Bei unserem letzten Aufeinandertreffen hat das Münchner Team bei der Deutschen Meisterschaft eine ziemliche Abreibung kassiert. Wenn es gut läuft, können wir im Halbfinale aufeinander treffen“.

Doch der Weg dorthin ist lang: Zunächst wird in vier Dreiergruppen die Vorrunde gespielt, anschließend folgen die Überkreuzspiele der Erst- und Zweitplatzierten, in denen die Halbfinalisten ausgespielt werden. Mit dem SV Esting, dem ESV München, dem TSV Neufahrn, Roter Stern München und dem SC Freising (unter anderem mit der Ex-Nationalspielerinnen und Volleyballlegende Terry Place antretend) kämpfen weitere erfahrene Mannschaften um die Spitzenplätze. „Ich kann mir vorstellen, dass auch Eurasburg eine gute Rolle spielen kann“, mutmaßt Gampenrieder.

Die Iffeldorfer ihrerseits zeigten in den Vorbereitungsspielen gegen den Deutschen Vizemeister Vaterstetten und die Weilheimer Senioren aufsteigende Form, insbesondere in der Annahme. Deren Wichtigkeit betont nochmals Seuthe: „Das ist für uns der Schlüssel, um unser variables Angriffssspiel durchziehen zu können. Wir haben durch eine taktische Änderung jetzt noch eine weitere Rückraum-Angriffsvariante hinzugenommen, die uns auch dabei helfen wird, einfache Annahmen präziser zur Zuspielerin zu schieben.“ Der Modi des Ein-Tages-Turniers, nur auf zwei Gewinnsätze zu spielen, erfordert zudem einen Blitzstart in jeder Partie. „Da gibt es keine Gelegenheit, erst mal abzuwarten. Vollgas vom ersten Punkt an“, gibt Außenangreiferin Ines Kluge die Devise vor. „Wir freuen uns schon sehr auf die Meisterschaften. Das werden wieder hochklassige und sehr spannende Spiele.“

Bleibt nur noch zu hoffen, dass in dieser Woche das Gampenrieder’sche Telefon nicht mehr klingelt.