Mixed-Volleyball: Bayerische Meisterschaft – Platz 3 für Iffeldorf nach knapper Halbfinalniederlage gegen Vaterstetten

 

Iffeldorf, 25.06.2012

Bei der Bayerischen Meisterschaft der Mixed-Volleyballer in Gauting erreichte der TSV Iffeldorf den dritten Platz. Dabei hatten es die ersatzgeschwächten Iffeldorfer selbst in der Hand, im Halbfinale den amtierenden deutschen Vizemeister TSV Vaterstetten vom Thron zu stoßen, konnten aber drei Matchbälle nicht nutzen. Zur Süddeutschen Meisterschaft fahren der alte und neue Bayerische Meister Vaterstetten sowie die SV Donaustauf.

Bereits nach dem ersten Blick auf die Gruppenauslosung war klar: Einer der beiden Finalisten der beiden Vorjahre, Vaterstetten oder Iffeldorf, wird dieses Jahr nicht zur Süddeutschen bzw. Deutschen Meisterschaft fahren. Denn bereits im Halbfinale würden die beiden bayerischen Spitzenteams aufeinandertreffen, wenn es keine Überraschungen in Vor- und Zwischenrunde geben sollte. „Es gab Leute, die uns im Nachhinein gefragt haben, warum wir nicht in der Vorrunde als Zweiter herausgegangen sind. Dann hätten wir den TSV Nymphenburg im Halbfinale gehabt und wären erst im Finale auf Vaterstetten getroffen. Aber das kam für uns nicht in Frage.“, so Spielertrainer Erich Gampenrieder.

Und so gewannen die Iffeldorfer ihre Partien gegen den TSV Zirndorf und den SV Donaustauf jeweils mit 2:0, wobei der spätere Finalist Donaustauf mit 25:14 und 25:9 überaus deutlich in die Schranken verwiesen wurde. Auch das folgende Überkreuzspiel gegen SB Bayer 07 Nürnberg ging mit 2:0 an das Ostersee-Team und so kam es zum Halbfinal-Showdown gegen den Serienmeister aus Vaterstetten, der in den letzten fünf Jahren jeweils im Endspiel der Deutschen Meisterschaft stand.

Was die beiden Mannschaften in der Folge zeigten, war Mixed-Volleyball auf höchstem Niveau. „Ich fand ja schon beeindruckend, wie das Spiel angefangen hat“, schmunzelte Vaterstettens überragender Mittelblocker und Ex-Bundesligaspieler Mark Richter. „Aufschlag Iffeldorf, Annahme, Zuspiel, Bumm. Aufschlag Vaterstetten, Annahme, Zuspiel, Bumm.“ Die beiden Mannschaften schenkten sich nichts, agierten aus extrem starker Annahme heraus und spielten mit hoher Effizienz im Angriff. Bis zum 18:17 konnte keine Mannschaft einen Vorsprung erarbeiten, das Aufschlagrecht wechselte ständig hin und her, wobei die beiden Teams mit unterschiedlichen Spielphilosophien erfolgreich waren: Während bei Vaterstetten die drei ehemaligen Bundeligaspieler Richter, Norbert Schäfle und Jörg Wißmeyer die Annahme dominierten und im Angriff über Richter im Schnellangriff oder einen hohen Pass auf die Außenpositionen den Erfolg suchten, variierten die Iffeldorfer, aufbauend auf die, von Libera Vera Laske organisierte, exzellente Annahmearbeit mit Schnell- und Hinterfeldangriffen über ihre Herren, sowie Außenangriffe über Pia Seuthe und Ines Kluge. Und eben Kluge sorgte für das erste Minibreak zum 19:17, dem ein Block von Manfred Reisnecker gegen Schäfle folgte. Den Vorsprung hielten die Iffeldorfer bis zum 24:22 und hatten damit zwei Satzbälle. „Da kamen beim ein oder anderen Erinnerungen an das Finale vom letzten Jahr auf, wo wir drei Satzbälle im zweiten Satz nicht nutzen konnten und dann das Spiel verloren. Aber diesmal haben wir das duchgezogen.“, freute sich Kapitän Wolfi Skasa-Weiss. Mit 25:23 ging der erste Satz an Iffeldorf, und damit der erste Satzgewinn gegen den dreifachen Deutschen Meister überhaupt. „Das war schon super. Aber wir haben gesehen, dass wir hier heute noch mehr erreichen konnten. Unsere Annahme hatte eine Quote von 90% - überragend. Da hatte ich alle Möglichkeiten“, freute sich Zuspielerin Steffi Bell, die ihre AngreiferInnen auch im zweiten Satz mehrfach blockfrei spielte. Reisnecker überzeugte im Block und Gampenrieder punktete wiederholt mit Hinterfeldangriffen. Auch in Satz zwei zog der TSV sein hochvariables Angriffsspiel durch, erkämpfte sich bei 18:18 zwei Minibreaks mit Blocks von Reisnecker gegen Schäfle und Skasa-Weiss gegen den zwischenzeitlich eingewechselten Ex-Dachauer Markus Halm. Vaterstetten nahm schließlich bei 24:21 für Iffeldorf Auszeit. „Wir haben gesagt: wir geben jetzt noch mal richtig Gas und wenn’s nicht klappt, fahren eben die Iffeldorfer zur Süddeutschen – dann haben sie es sich verdient.“, räumte Richter ein. „Auf der anderen Netzseite standen sechs Iffeldorfer auf dem Feld, die zwei Einwechselspieler und eine Handvoll Fans und versuchten, ihre Nerven und Hormone im Griff zu behalten“, so Bader, dessen Team drei Matchbälle hatte. Den ersten konnte Vaterstetten mit eigenem Angriff abwehren. „Beim zweiten hatten wir Annahme. Ich sah uns schon vor dem Ballwechsel alle jubelnd aufs Feld rennen“, gestand Bader nach dem Spiel ein. Bell wich, um Vaterstettens Richters Block zu umgehen, vom Schnellangriff über die Mitte ab, und bediente Gampenrieder mit einem Pass auf die Außenposition, der die Linie entlang hart angriff. Mit letztem Einsatz wehrte Schäfle in Manier eines Handballtorwarts den Angriff spektakulär ab, „gegen jedes andere Team in Deutschland war’s das“, so Seuthe, und Vaterstetten konnte im Gegenangriff punkten. Der dritte Matchball blieb im Block des 2,01-Riesen Richter hängen und in der Folge gelang den Vaterstettenern mit 25:27 der Satzausgleich. Den entscheidenden dritten Satz gewann Vaterstetten mit 15:11 und zog damit ins Finale ein.

„Die Iffeldorfer haben großartig gespielt und uns kontinuierlich unter Druck gesetzt. Das hatte heute Halbfinalniveau einer Deutschen Meisterschaft“, lobte ein sichtlich mitgenommener Mark Richter das Osterseeteam. Und Vaterstettens Zuspielerin Chrissi Halm ergänzte: „Mitte des ersten Satzes wollte ich mich schon auswechseln lassen, ich konnte nicht mehr. „Das war grausam. Ich hätte einfach die Augen beim zweiten Matchball zu machen und mit aller Kraft den Ball die Linie entlang ins Feld schlagen sollen. Es tut mir so leid für die Mannschaft – wir haben grandios gespielt. Gut, dann zeigen wir wenigstens Moral und holen uns noch den dritten Platz“, so Gampenrieder nach dem Spiel. Das gelang auch mit einem überzeugenden 2:0-Sieg gegen den oberbayerischen Vizemeister TSV Nymphenburg, die gegen Donaustauf mit 1:2 überraschend ihr Halbfinale verloren hatten. Eben die Donaustaufer, die Iffeldorf in der Vorrunde deutlich besiegt hatte. „Das Endresultat ist natürlich richtig bitter, aber wir hatten alle Möglichkeiten, den Titel erstmalig nach Iffeldorf zu holen. Im Nachhinein haben wir sicher heute unser bestes Turnier und ein grandioses Spiel gegen den besten Gegner gemacht. Gratulation an die beiden Finalisten zur Qualifikation für die Süddeutsche. Wir greifen nächstes Jahr wieder an.“, kündigt Manfred Reisnecker an.